Am östlichen Ende des Berliner Boulevards „Unter den Linden“ befindet sich das Kronprinzenpalais. Im Jahr 1663 errichtet, blickt das Gebäude mittlerweile auf eine über 360-jährige Geschichte zurück.
Ab 1733 diente es dem preußischen König Friedrich II., damals noch Kronprinz, als Residenz. Über die Jahrhunderte hinweg bewohnten verschiedene Kronprinzen das Palais, das mehrfach umgebaut wurde. Der Architekt Johann Heinrich Strack prägte durch seinen Umbau von 1856/57 die Gestalt des Gebäudes im spätklassizistischen Stil maßgeblich.
Nach der nahezu vollständigen Zerstörung im Zweiten Weltkrieg wurde das Palais zwischen 1968 und 1970 nach Plänen von Richard Paulick wiederaufgebaut. Dabei entstand das heutige Ensemble mit seinen Neben- und Verbindungsbauten bis zum Schinkelpavillon. Ein besonderer historischer Moment folgte am 31. August 1990, als hier der Einigungsvertrag zwischen der DDR und der Bundesrepublik Deutschland unterzeichnet wurde. Heute wird das Kronprinzenpalais unter anderem als Kultur- und Veranstaltungsort genutzt.
Im Auftrag der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben sind wir mit der Sanierung und Instandhaltung des Gebäudes einschließlich seiner Außenfassade betraut.
Grundlage der Planung bilden die umfassende Erfassung und Dokumentation des Bestands sowie die Entwicklung geeigneter Maßnahmen unter Berücksichtigung der denkmalpflegerischen Anforderungen. Dabei geht es nicht nur um die Bewahrung der historischen Bausubstanz, sondern auch um ihre zukunftsorientierte Weiterentwicklung.
Für einen nachhaltigen Umgang mit Wasser soll mittels Rigolen und Zisternen künftig anfallendes Regenwasser kontrolliert auf dem Grundstück zurückgehalten und versickert werden. So kann es erneut dem natürlichen Wasserkreislauf zugeführt werden.
Das Projekt verbindet damit den verantwortungsvollen Umgang mit historischer Bausubstanz mit den Anforderungen an einen nachhaltigen und langfristig nutzbaren Kulturort.
📸 Fotos: Katja Stolz