Kronprinzenpalais Berlin

Auftraggeber: Bundesanstalt für Immobilienaufgaben

Leistungen: LP 1 - 8

Maßnahmen: Sanierung und Instandhaltung des Bestandsgebäudes inkl. Weiterentwicklung zur nachhaltigen Gebäudenutzung

Fotos: Katja Stolz

Am östlichen Ende des Prachtboulevards „Unter den Linden“, Berlins ältester Flaniermeile, befindet sich das Kronprinzenpalais. Gegenüber dem Zeughaus des Deutschen Historischen Museums und in unmittelbarer Nähe zur Museumsinsel gelegen, ist das Gebäude Teil eines städtebaulich und historisch bedeutenden Ensembles im Herzen Berlins. Die Geschichte des Kronprinzenpalais reicht bis ins 17. Jahrhundert zurück. 1663 als dreigeschossiges Wohnhaus für den Kabinettsekretär Johann Martitz errichtet, wurde es 1732 durch den Oberbaudirektor Philipp Gerlach zu einem Barockpalais umgestaltet. Ein Jahr später bezog der spätere preußische König Friedrich II., damals noch Kronprinz, das Palais. Bis 1918 diente es weiteren Kronprinzen als Residenz und erhielt dadurch seinen heutigen Namen. Im Laufe der Zeit wurde das Gebäude mehrfach umgebaut. Maßgeblich geprägt wurde sein Erscheinungsbild durch den Umbau von 1856/57 nach Plänen des Architekten Johann Heinrich Strack, der ihm seine spätklassizistische Gestaltung verlieh. Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurde das Palais durch einen Luftangriff nahezu vollständig zerstört. Zwischen 1968 und 1970 erfolgte der Wiederaufbau nach Plänen des Architekten Richard Paulick. Dabei entstand unter dem Namen „Palais Unter den Linden“ das heutige Ensemble mit Neben- und Verbindungsbauten bis zum Schinkelpavillon. Bis 1989 diente das Gebäude als Gästehaus für Staatsgäste der DDR. Am 31. August 1990 wurde hier der Einigungsvertrag zwischen der DDR und der Bundesrepublik Deutschland unterzeichnet. Im Auftrag der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben sind TSSB Architekten mit der Sanierung und Instandhaltung des Gebäudes einschließlich seiner Außenfassade beauftragt. Grundlage der Planung bildet die umfassende Erfassung und Dokumentation des Bestands sowie die Entwicklung geeigneter Maßnahmen unter Berücksichtigung der denkmalpflegerischen Anforderungen. Neben der behutsamen Instandsetzung der historischen Bausubstanz steht die zukunftsorientierte Weiterentwicklung des Gebäudes im Fokus. Ein wesentlicher Bestandteil ist dabei der nachhaltige Umgang mit Regenwasser. Durch die Anlage von Rigolen und Zisternen soll das anfallende Wasser künftig kontrolliert auf dem Grundstück zurückgehalten und versickert und damit wieder dem natürlichen Wasserkreislauf zugeführt werden. Die geplanten Maßnahmen verbinden den Erhalt des historisch und architektonisch bedeutenden Gebäudes mit den Anforderungen an einen nachhaltig und langfristig nutzbaren Kulturort. So wird das Kronprinzenpalais behutsam weiterentwickelt und zugleich für zukünftige Anforderungen ertüchtigt.

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