Carolabrücke 3.0

Planungsverfahren zum Neubau der Carolabrücke

Auftraggeber: Landeshauptstadt Dresden

Es kommt nicht häufig vor, dass eine Brücke im Zentrum einer historischen Stadt vollständig neu gedacht werden kann. Das Versagen der 1971 errichteten Brücke stellt für Dresden eine Chance dar. Der bedauerliche Einsturz der Brücke bietet die Möglichkeit, die Stadt auf eine andere Weise wieder miteinander zu verbinden und die getrennten Stadtteile mit einer städtebaulichen und ingenieurtechnischen Vision passend zum 21. Jahrhundert neu zu überdenken. Bei der Neukonzeption der Brücke haben wir es als wesentlich angesehen, ein kompakteres und vielseitigeres Bauwerk zu entwerfen, das sowohl auf die heutigen Anforderungen als auch auf die zukünftigen Veränderungen reagieren kann. Aus unserer Sicht ist der Bau einer Brücke mit drei getrennten Überbauten, wie bei der Carola 2.0, zu unflexibel und würde übermäßig viel Fläche in Anspruch nehmen. Es ist hier wenig sinnvoll, eine reine Straßen- bzw. Bahnbrücke zu entwerfen, da sie nicht der Qualität des Stadt- und Landschaftsraumes entsprechen würde.Unsere Absicht besteht daher darin, eine „ruhige“ Brücke zu entwerfen, eine Brücke, bei der das Erlebnis der Querung für alle Beteiligten wie auch Fußgänger und Radfahrer wichtig ist, ebenso wie die Wertschätzung der Konstruktion. Bürger und Besucher erwarten, dass diese neue Brücke eine der Stadt würdige gestalterische Qualität besitzt.Aus Sicht der Ingenieurkunst und Architektur des 21. Jahrhunderts wäre es nicht angemessen, einfach das zu rekonstruieren, was die erste Carolabrücke einst war: Ein Entwurf des 19. Jahrhunderts, geprägt durch die Technologie seiner Zeit. Diese erste Brücke verband Tradition – dargestellt durch die Vorlandfelder als steinerne Mauerwerksgewölbe – mit Moderne, verkörpert durch die drei sehr flachen Stahlbogenfelder, deren Axialkräfte in massive Mauerwerkspfeiler eingeleitet wurden. Die erste Carolabrücke stellte daher eine Synthese aus Tradition und Moderne dar. Derselbe Geist hat unseren Entwurf geleitet.Wir schlagen eine zeitgenössische Brücke vor, die zugleich mit ihrem klassischen Charakter an die konstruktive Geschichte der Stadt anknüpft. Unsere Lösung ist eine Brücke mit Mehrbogenstruktur, die einerseits auf alle vorhandenen Randbedingungen reagiert und andererseits zu einer Brücke mit Charakter wird, die sich würdevoll in die Stadt integrieren kann und als eine weitere Brücke anerkannt wird, die würdig ist, sich in die Reihe der bedeutenden historischen Brücken Dresdens einzufügen.

„Des Planungsteam Fhecor/TSSB setzt als wichtigstes Leitmotiv seines Entwurfs auf eine sehr charakteristische Bogenreihe. Diese selbstbewusst gestaltete Bogenstruktur ist in der Elbaue weithin sichtbar. Sie schreibt in einer modernen Formensprache die Tradition der Dresdner Elbbrückenfamilie fort und übersetzt diese in die heutige Zeit. Die aufgelösten Pfeiler und die sehr gut gestaltete Untersicht der Brücke bieten eine hohe Transparenz und eine angenehme Aufenthaltsqualität trotz der großen Brückenbreite.“

Der Entwurf ist durch einen starken Gestaltungswillen gekennzeichnet, der in beson
derer Weise sowohl auf die historischen Bogenbrücken als auch auf die beiden Vor
gängervarianten der Carolabrücke Bezug nimmt.

Material und Konstruktion 

Ziel ist eine ruhige und zeitlose Brücke, die sich gut in den sensiblen Stadtraum entlang der Elbe einfügt. Die Carolabrücke 3.0 wird als moderne Stahlverbundkonstruktion gebaut.

Die Farbgestaltung orientiert sich an den Dresdner Sandsteintönen. Pfeiler und Widerlager erhalten sandsteinverkleidete Oberflächen und greifen damit die Gestaltung historischer Dresdner Nachbarbrücken auf.

Anbindung an Stadtraum

Die Carolabrücke 3.0 verbindet Rathenauplatz, Carolaplatz, Königsufer und Terrassenufer zu einem durchgängigen Stadtraum. Die neuen direkten Rampen- und Treppenverbindungen binden Elbwiesen, Elberadwege, Filmnächte, Dampfschifffahrt und die Brühlsche Terrasse unmittelbar an die Brücke an.

Die Wegeführungen für Fußgänger und Radfahrer werden klar sichtbar, sicherer und barrierefrei organisiert.

 Verkehrsstruktur

Die neue Brücke bindet ohne Umbauten an die bestehenden Plätze am Carolaplatz und Rathenauplatz an. Die heutigen Verkehrsanbindungen bleiben dabei erhalten, sodass größere Eingriffe vermieden werden. Gleichzeitig werden die Wege für Fußgänger, Radfahrer und den öffentlichen Nahverkehr klarer, sicherer und besser miteinander verknüpft. Die Straßenbahnhaltestellen sind gut erreichbar, ohne zusätzliche Straßenquerungen.

CarolaVOTE

Ihr findet unseren Entwurf überzeugend und möchtet, dass er die neue Carolabrücke wird? Dann stimmt ab Samstag hier für uns ab: 

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